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Letzte Aktualisierung:
27.07.2008

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Hepatitis A

Die infektiöse Leberentzündung (Hepatitis A) ist eine Virusinfektion, deren Übertragung vorwiegend durch Aufnahme mit Wasser, Nahrungsmitteln oder durch Kontakt mit Fäkalien erfolgt. Die Hepatitis A tritt vorwiegend in Regio nen mit geringen Hygiene-Standards auf, vor allem auch in warmen Ländern wie im Mittelmeerraum, den Tropen und Subtropen. Von dort wird der weitaus größte Teil der in Deutschland auftretenden Hepatitis A-Fälle erworben. Wenn die Erreger nach der Rückkehr auf die einheimische Bevlkerung übertragen werden, kann es bei uns zu Hepatitis A-Ausbrüchen kommen. Im Kindesalter erkranken nur wenige der Infizierten, während der Anteil jenseits des 30. Lebensjahr auf mehr als 80% ansteigt.

Nach Aufnahme mit der Nahrung vermehren sich die Viren zunächst im Mund-Rachenraum und den Speicheldrüsen. Sie dringen in die Blutbahn ein und infizieren Leberzellen. Diese werden, wie es scheint, vor allem durch die Ab- wehrreaktion und weniger durch die direkte Wirkung der Viren geschädigt. Die Hepatitis A beginnt mit Ab- geschlagenheit, Müdigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch und in den Gelenken. Bei einem Teil der Patienten können nach einem mehrtägigen Intervall der Besserung Gelbsucht, Dunkelfärbung des Urins und Entfärbung des Stuhls und erneute Allgemeinsymptomatik auftreten. Bei komplikationslosem Verlauf klin- gen die Symptome nach 2 bis 6 Wochen wieder ab und die Erkrankung heilt folgenlos aus.

Die wichtigste Komplikation der Hepatitis A ist ein akutes Leberversagen, dessen Häufigkeit mit dem Alter zunimmt und jenseits des 40. Lebensjahres bei 2-3% liegt. Eine ursächliche Therapie der Hepatitis A ist nicht möglich.

Die Impfung

Der Hepatitis A-Impfstoff enthlt abgetötete (inaktivierte) Hepatitis A-Viren. Der Impfstoff wird in die Muskulatur injiziert. Etwa 2 Wochen nach einer Impfdosis tritt der Impfschutz ein und hält für mindestens 1 Jahr an. Nach 6 bis 12 Monaten sollte eine weitere Impfdosis verabreicht werden. Danach besteht ein Impfschutz von mindestens 10 Jahren.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es bei etwa 4 % der Impf- linge innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, an der ImpfsteIle zu Rötung und Schwellung oder Schmerzen (häufigstes Symptom) kommen. Allgemeinsymptome wie beispielsweise leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen oder Müdigkeit sowie Leibschmerzen und Störungen des Magen-Darm-Traktes kommen ebenfalls häufig (1-10%) vor. Eine Erhöhung der Leberenzymwerte wird vereinzelt in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung beobachtet. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab. Selten werden allergische Hautreaktionen (Juckreiz, Hautrötung) und sehr seIten eine fleckfrmige Hautrötung nach der Impfung beobachtet.

Nutzen

Die Impfung dient in erster Linie dem individuellen Schutz vor einer Infektion bei Reisen und besonderer Gefährdung. Mehr als 95% der Geimpften entwickeln einen Schutz gegen Hepatitis A. Daneben wird die Impfung auch bei Aus- brüchen von Hepatitis A eingesetzt. Durch die rechtzeitige Impfung von Kontaktpersonen kann eine Ansteckung mit Hepatitis A und ein Ausbruch der Erkrankung verhindert werden.

Wer sollte geimpft werden?

Die deutsche Experten-Kommission für Impfungen (STIKO) empfiehlt die Hepatitis A-Impfung allen Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko. Dazu zählen Reisende in tropische und subtropische Regionen, Kontaktpersonen zu an Hepatitis A Erkrankten (Riegelungsimpfung) vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen und Schulen, Personal im Gesundheits- und Wohlfahrtsdienst, Bewohner in Fürsorgeeinrichtungen, Kanalisations- und Kanalarbeiter, ho- mosexuell aktive Männer, Personen mit Erkrankungen der Blutgerinnung, Personen mit chronischen Leberer- krankungen.