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Letzte Aktualisierung:
27.07.2008

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FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch Viren verursachte Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Der Erreger der FSME, das FSME-Virus, wird in erster Linie von Zecken der Gattung “Ixodes ricinus” (Gemeiner Holzbock) auf den Menschen übertragen. Es sind jedoch auch einige wenige Fälle bekannt, bei denen die Erkrankung durch den Genuss roher Milch von infizierten Kühen oder Ziegen ausgelöst wurde.

Gegen Viren helfen keine Antibiotika. Eine ursächliche Therapie gegen FSME gibt es nicht. Ist sie einmal ausgebrochen, kann man nur versuchen, die Symptome zu lindern. Es ist daher besonders wichtig, Infektionen von vorneherein zu verhindern. Dies kann nur die Impfung. Im Gegensatz dazu gibt es gegen die zehnmal häufigere Borreliose keine Impfung, jedoch eine Antibiotikatherapie.

Lange Zeit galten vor allem bestimmte Berufsgruppen wie Förster, Jäger, Wald- und Landarbeiter als besonders gefährdet, an einer FSME zu erkranken, da sie besonders häufig von Zecken gestochen werden. Inzwischen sind solche beruflich gefährdeten Personen jedoch meist gegen die FSME geimpft. Daher infizieren sich heutzutage etwa 90 Prozent aller Patienten während ihrer Freizeit mit dem Virus.

Krankheitsverlauf

Ganz typisch ist der zweiphasige Krankheitsverlauf der FSME. Es tritt zunächst Fieber mit Kopf- und Glieder- schmerzen auf. Dieser Verlauf ähnelt einer “Sommergrippe”. Unter Umständen ist die Erkrankung damit auch schon wieder überstanden. Bei einem Teil der Infizierten befällt das Virus jedoch das zentrale Nervensystem. Die mildeste Form ist in diesem Fall eine Hirnhautentzündung (Meningitis) mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit.

Eine schwerere Form der FSME ist die Encephalitis, also die Gehirnentzündung. Hier ist das ganze Gehirn von der Erkrankung betroffen. Es kann neben den Symptomen einer Hirnhautentzündung unter anderem zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zu psychischen Veränderungen oder bestimmten Lähmungserscheinungen kommen. Auch das Rückenmark bzw. die entsprechenden Nervenwurzeln können vom FSME-Virus geschädigt werden.

Bis zu 20 Prozent der Patienten behalten bei schweren Verläufen langanhaltende oder bleibende Schäden. Relativ häufig treten bei einer FSME psychische Veränderungen wie beispielsweise Antriebsschwäche oder Depressionen auf. Auch Todesfälle durch FSME sind bekannt. Insgesamt sterben etwa ein bis zwei Prozent der Patienten, bei denen das Virus das zentrale Nervensystem befällt.
 

Risikogruppen

Alle Menschen, die sich in der Natur aufhalten: Hundebesitzer, Pilzesammler, Nordic-Walker, Golfspieler, Mountainbikefahrer, Jogger, Gärtner, Förster, Jäger, Wald- und Landarbeiter.

Ixodes

Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock

FSME

FSME-Viren unter dem Elektronenmikroskop

Borrelia

Borrelia burgdorferi, der Erreger der Lyme-Borreliose